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Revopoint MetroX

Der Revopoint MetroX ist ein stationärer Multi-Line-Blau-Laser-Scanner mit zusätzlichem Vollfeld-Strukturlicht. Er erreicht Metrologie-Genauigkeit von bis zu 0,02 mm Einzelbild-Genauigkeit und ist im FabLab das richtige Werkzeug für glänzende, dunkle, metallische und sehr detailreiche Werkstücke. Im Gegensatz zum POP 3 Plus ist er nicht für Personen- oder Gesichtsscans geeignet (Class-2M-Laser).

Diese Seite ist eine Detailseite. Allgemeine Informationen, Auswahlkriterien, Sicherheitsgrundlagen und das gemeinsame Zubehör finden Sie auf der Übersichtsseite 3D-Scanner.

Einsatzgebiete

  • Reverse Engineering technischer Werkstücke
  • Qualitätskontrolle, Maßaufnahme
  • Glänzende, metallische, dunkle Oberflächen ohne Vorbehandlung
  • Vorlagen für Additive Fertigung (3D-Druck) in hoher Detailtreue
  • Kleine bis mittelgroße Objekte (10 × 10 × 10 mm bis 1000 × 1000 × 1000 mm)

Sicherheit

Gefahren

  1. Laserstrahlung — Klasse 2M: Der MetroX nutzt einen Multi-Line-Blaulaser. Laut Hersteller ist die Strahlung der Klasse 2M generell bei kurzem, unbeabsichtigtem Blickkontakt mit bloßem Auge ungefährlich, wird aber gefährlich, sobald optische Instrumente (Lupen, Kameras, Teleskope) genutzt werden oder länger in den Strahl geblickt wird — bis hin zu Netzhautschäden. Quelle: MetroX Product Details, Punkt 27.
    • Niemals direkt aus geringer Distanz in den Laserstrahl blicken.
    • Keine Lupen, Kameraobjektive oder Teleskope auf den Strahl richten.
    • Keine spiegelnden oder reflektierenden Flächen (Spiegel, Glas, polierte Bleche) in den Strahlengang stellen.
  2. Keine Personen-/Gesichtsscans: Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass der MetroX für Menschen und Tiere ungeeignet ist. Im FabLab gilt: Personen werden mit dem MetroX nicht gescannt — verwenden Sie dafür den POP 3 Plus.
  3. Sensitive Elektronik: Empfindliche Bauteile mindestens 200 mm Abstand zur Laseraustrittsöffnung halten — direkt vor dem Laser besteht hohe Energiedichte. Quelle: MetroX Product Details, Punkt 24.
  4. Mechanische Empfindlichkeit: Wie alle 3D-Scanner ist auch der MetroX kalibrierungsabhängig. Stöße und Stürze können die Genauigkeit verletzen — Vorfall bitte einem Labsitter melden.
  5. Stromversorgung: Der MetroX hat keinen Akku, sondern wird ausschließlich über das mitgelieferte Netzteil betrieben. Stolperstellen am Kabel sichern.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

  • Für Klasse-2M-Laser ist im normalen Scanbetrieb keine zwingende Schutzbrille vorgeschrieben, sofern die Sicherheitsregeln (siehe Gefahren) eingehalten werden.
  • Bei Anwendung von Scanspray: Einmalhandschuhe, ausreichende Belüftung, Datenblatt des Sprays beachten.

Notfall / Erste Hilfe

  • Bei direktem Augenkontakt mit dem Laserstrahl (auch ohne sofortige Beschwerden): Scan beenden, Stromversorgung trennen, augenärztliche Abklärung veranlassen.
  • Bei Sturz, hartem Stoß oder erkennbarem Geräteproblem: Scan abbrechen, Stromzufuhr trennen, Scanner in den Karton zurücklegen und Labsitter informieren. Vor erneutem Einsatz: Kalibrierung über das mitgelieferte Kalibrierboard prüfen. Eintrag im Logbuch.

Technische Daten

Eigenschaft Wert
Scantechnologie Multi-Line-Blau-Laser + Vollfeld-Strukturlicht (Hybrid)
Laserklasse Klasse 2M
Scanmodi Cross Lines (14), Parallel Lines (7), Full Field, Auto Turntable
Einzelbild-Genauigkeit bis 0,02 mm
Volumetrische Genauigkeit 0,025 mm + 0,05 mm × L (m)
Punktrate (Vollfeld) bis 7 Mio. Punkte/s
Punktrate (Laser) bis 800 000 Punkte/s
Empfohlenes Scanvolumen 10 × 10 × 10 mm bis 1000 × 1000 × 1000 mm
Tiefenkamera-Auflösung 2 MP
RGB-Kamera-Auflösung 2 MP
Verbindung USB (kein Wi-Fi)
Stromversorgung externes Netzteil (kein Akku)
IMU nein
Optischer Zoom nein (Digitalzoom)

Quellen: MetroX Produktseite (DE), MetroX Product Details FAQ (abgerufen 30.04.2026).

Scanmodi im Überblick

  • Cross Lines (14 Linien): Schnelle Flächenerfassung, eignet sich auch für glänzende und schwarze Oberflächen. Marker-Tracking erforderlich.
  • Parallel Lines (7 Linien): Beste Detailerfassung bei niedrigerer Geschwindigkeit. Auch für dunkle/glänzende Flächen. Marker-Tracking erforderlich.
  • Full Field (Vollfeld-Strukturlicht): Schneller Marker-freier Scan featurereicher Objekte; featurarme Objekte mit Markern. Gut für matte/diffuse Materialien.
  • Auto Turntable: Automatischer Scanablauf in Verbindung mit dem (separat erhältlichen) zwei-achsigen Drehteller; höchste Bequemlichkeit für komplexe Werkstücke. Optional Farb-Scans.

Innerhalb desselben Trackings (Marker oder Feature) lassen sich Modi während eines Projekts wechseln. Quelle: MetroX Product Details, Punkt 23.

Software

  • Programm: Revo Metro (eigenständige Software, nicht mit Revo Scan zu verwechseln).
  • Erfahrungswert aus dem Lab: für die Nutzung des MetroX im FabLab eine Version ≥ v5.8 verwenden.
  • Plattformen: Windows 10/11 und macOS — keine Mobile-App für den MetroX.

System-Anforderungen

Plattform Minimum Empfohlen
Windows Win 10/11 (64-Bit), Intel i7 13. Gen oder Ryzen 7 5800, 32 GB RAM, NVIDIA RTX 3060 (8 GB) Intel i9 12. Gen+, 64 GB RAM, NVIDIA RTX 4060 (8 GB) oder besser
macOS macOS 11.0+, M1 Pro/Max/Ultra, 16 GB RAM M2/M3 Pro/Max/Ultra, 24 GB RAM+

Bei Unklarheit zur CPU: ≥ 8 Kerne, ≥ 16 Threads, Basistakt ≥ 2,4 GHz. Im Lab steht ein dafür ausgelegtes GPU-Notebook bereit.

Hinweis: Nur in den Laser-Linien-Modi ist eine dedizierte GPU erforderlich. AMD- und Mac-GPUs werden für die Laser-Modi-Beschleunigung derzeit nicht unterstützt.

Quelle: MetroX Product Details, Punkt 12.

Revo Mirror App (PC-Bildschirm aufs Smartphone)

Die Revo Mirror App spiegelt den Bildschirm des Scan-PCs in Echtzeit auf ein Smartphone und ermöglicht so eine bequeme Sichtprüfung beim Handscannen — ohne ständig zwischen Scanner und Monitor zu wechseln. Zusätzlich kann der PC vom Handy aus bedient werden.

  • Hersteller-Status: Laut Revo-Mirror-Doku sind aktuell offiziell MetroY/MetroY Pro und INSPIRE 2 unterstützt; weitere Scanner sind angekündigt (»All Scanners Coming Soon«). Im FabLab funktioniert die App nach Erfahrungswerten auch in Verbindung mit dem MetroX und Revo Metro.
  • Download PC: über die Revopoint Support-Download-Seite.
  • Download Smartphone: Google Play (Android) oder Apple App Store (iOS).
  • Verbindung: One-Tap-Pairing über den Hotspot des Scanners bzw. lokales Netz.

Eigene Smartphone-Halterung

Passend zum Mirror-Workflow ist im Lab eine 3D-gedruckte Smartphone-Halterung vorhanden. Sie hält das Telefon angenehm beim Scannen in der Hand und ermöglicht so die Sicht auf den gespiegelten PC-Bildschirm.

3D-gedruckte Smartphone-Halterung für Revo-Mirror-Workflow am MetroX

Bedienung

  1. Aufbau: MetroX auf stabilem Untergrund positionieren, Netzteil anschließen, USB-Kabel an den Scan-PC.
  2. Software starten (Revo Metro, ≥ v5.8) und Scanner verbinden lassen.
  3. Kalibrierung prüfen: Vor wichtigen Scans empfiehlt der Hersteller, die Genauigkeit über das mitgelieferte Kalibrierboard zu kontrollieren (QR-Code scannen, Anweisungen folgen). Quelle: MetroX Product Details, Punkt 10.
  4. Objekt vorbereiten: Auf der Magnet-Metallplatte (siehe Übersichtsseite) positionieren, Marker-Blöcke ringsum platzieren — möglichst gleichmäßig verteilt, sodass aus jeder Scanrichtung mehrere Marker sichtbar sind.
  5. Scanmodus wählen:
    • Glänzende/metallische Werkstücke → Cross Lines oder Parallel Lines
    • Featurereiches mattes Objekt → Full Field
    • Komplexes Werkstück mit Drehteller → Auto Turntable
  6. Belichtung an die Objektoberfläche anpassen.
  7. Scan starten, Objekt langsam abdecken. Mehrfaches Scannen derselben Bereiche aus verschiedenen Winkeln verbessert das Ergebnis (Quelle: MetroX Product Details, Punkt 29).
  8. Optional Revo Mirror App auf dem Smartphone öffnen für Live-Vorschau ohne Monitor.
  9. Nach Abschluss: Punktwolke fusionieren, Mesh erzeugen, Export in PLY, OBJ, STL, FBX, GLTF, 3MF.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Metrologie-Genauigkeit (bis 0,02 mm)
  • Sehr hohe Punktrate (bis 7 Mio. Punkte/s im Vollfeld)
  • Schwarze, glänzende und metallische Oberflächen direkt scannbar (kein Spray nötig)
  • Vier flexibel kombinierbare Scanmodi
  • Stabiles Tracking ohne IMU-Drift bei Marker-Modus

Schwächen

  • Stationär — kein Akku, kein Wi-Fi, USB-gebunden
  • Hohe Hardware-Anforderungen am PC (Lab-Notebook nutzen)
  • Nicht für Personen, Gesichter oder Tiere geeignet (Class 2M Laser)
  • Höhere Einstiegshürde als POP 3 Plus

Bekannte Probleme und Tipps

  • Marker werden nicht erkannt: Beleuchtung anpassen, Marker-Abstände gleichmäßiger verteilen, Magnet-Metallplatte verwenden.
  • Drift im Vollfeld-Modus mit Feature Tracking: Stattdessen Marker-Tracking nutzen — die volumetrische Genauigkeit bleibt damit stabil. Quelle: MetroX Product Details, Punkt 8.
  • PC stockt: GPU-Beschleunigung in den Laser-Modi prüfen — AMD/Mac-GPUs werden hier nicht beschleunigt.
  • Glänzendes Metall problematisch in Full Field: Auf Cross/Parallel Lines wechseln oder Scanspray einsetzen.

Wartung und Pflege

  • Sensorseite mit fusselfreiem Tuch sauber halten — keine Lösungsmittel.
  • Nach Gebrauch in den Originalkarton zurücklegen.
  • Trocken und kühl lagern, vor Sonneneinstrahlung schützen.
  • Vor wichtigen Scans Kalibrierung über das Kalibrierboard prüfen.
  • Software regelmäßig aktualisieren (≥ v5.8 für FabLab-Workflow).
  • Bei Sturz oder hartem Stoß: nicht weiterbenutzen, Labsitter informieren.

Quellen

  1. MetroX User Manual — abgerufen 30.04.2026
  2. MetroX Broschüre (PDF) — abgerufen 30.04.2026
  3. Revo Mirror Dokumentation — abgerufen 30.04.2026

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maschinen/3d_scanner/metrox.txt · Zuletzt geändert: von matthiasp

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